Windenergieanlagen in der MZ

Leserbrief zum Kommentar des Wirtschaftsredakteurs Steffen Höhne, MZ 23.07.2019

„Übertriebener Artenschutz – Windräder töten zwar geschützte Vögel, gefährden aber keine Populationen.“

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In seinem Kommentar (v)erklärt Herr Höhne die Energiewende, die nun schnell praktisch umgesetzt werden soll, aber leider „aus dem Blick (der Verantwortlichen) geraten“ ist. 
So kommt Höhne in seinem Kommentar zu dem Schluss, dass die Flaute der Windkraft (…) auch auf die zunehmende Bürokratie und zahlreiche Klagen von Natur- und Umweltverbänden zurückzuführen sei und dass es zwar immer wieder tote Tiere gäbe, aber bisher ein wissenschaftlicher Beleg fehlen würde, dass Windräder bestimmte Populationen gefährden.

Fakt ist, dass Schreiadler, Rotmilan und sogar der Mäusebussard in ihrem Bestand reduziert werden.
Fakt ist, dass nicht nur geschützte Arten, sondern auch Insekten an den Windradrotoren scheitern. Mit dem Verlust der Insekten verschwindet die Nahrungsgrundlage vieler Tierarten.

Des Weiteren ist festzustellen, das von den 202 Vogelarten des Landes Sachsen-Anhalts bereits 74 auf der Roten Liste stehen. In Sachsen-Anhalt kommen insgesamt 22 Fledermausarten vor.

Neun Fledermausarten und 38 Vogelarten, die im „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ als kollisionsgefährdete und Windenergie-empfindliche Brut- und Rastvogelarten aufgeführt werden, sind demnach nicht zu viel, sondern ein Witz! Im Übrigen gehen diverse Studien davon aus, dass vor allem die kleinen Singvogelarten noch mehr betroffen sind, weil man sie eben nicht findet!

Fazit: Wenn für den Bau von Windkraftanlagen hektarweise Bäume weichen müssen, diskutieren wir nicht mehr nur den Individuen- und Populationsverlust, sondern Auswirkungen auf das Ökosystem.