Für Gewässergütemessungen in der Bode fehlt es nicht an Technik und Knowhow, sondern am politischen Willen

Dem Volksstimme-Artikel „Keine digitalen Bode-Werte“ vom 17.11.2020 ist zu entnehmen, dass die AfD-Forderung nach einer Echtzeitüberwachung der Gewässerqualität der Bode nicht möglich ist, weil: „Die Messungen (…) insbesondere bei kontinuierlichen Messverfahren sehr stark äußeren Einflüssen ausgesetzt und somit äußerst störempfindlich [sind]. Der Gewässerkundliche Landesdienst veröffentlicht daher keine ungeprüften Rohdaten, sondern ausschließlich validierte Daten,“ so der Sprecher des Umweltministeriums, Jörn Rettig. 

Dazu sagt die umweltpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt, Lydia Funke:

„Das hoch gejubelte Sondermessprogramm der Bode besteht aktuell, öffentlich einsehbar, aus insgesamt nur 4 Messungen (4 verschiedene Tage) an 5 unterschiedlichen Messpunkten (Standorten). Ein Messprogramm kann man dies nicht nennen, eine repräsentative Überwachung der Bode auch nicht. Wenn ich die Aussage des Herrn Rettig hierzu ernst nehmen würde, wären alle elektronischen Messverfahren, aufgrund von Störgrößen nicht umsetzbar, alle kontinuierlich bspw. über Datenlogger erhobenen wissenschaftlichen Daten über Kontrollen und Überwachungen (Monitorings), die überall auf der Welt erfolgen, werden somit in Frage gestellt. Der Einsatz statistischer Validierungsmethoden, die elektronische Datenreihen auf Messfehler untersuchen und bereinigen, scheint offenbar ähnlich unbekannt zu sein. Methoden und Ergebnisse wissenschaftlicher Langzeit-Projekte, die länderübergreifend auch die Qualität einzelner Gewässer Sachsen-Anhalts mit bewerten und verschiedene Gewässerparameter elektronisch messen, werden ebenfalls ignorieret.

Das Sondermessprogramm aus 2019 ist halbherzig gemacht, um den Staßfurtern etwas zu präsentieren und sie beruhigen zu können. Es ist so angelegt, dass die Fragen zur Verunreinigung der Bode nicht zu beantworten sind. Hier fehlt offensichtlich jeder Wille zur Aufklärung.

Ich bin gespannt, wie das die Europäische Kommission im Rahmen ihrer Bewertungen zur EU-Wasserrahmenrichtlinie sieht.

Aber im durchgängig schlecht bewerteten ökologischen Gewässerzustand der Gewässer unseres Landes mag man hoffen, dass die Staßfurter Bode mit ihren Verunreinigungen m.o.w. untergeht“.

Die AfD-Fraktion wird das Thema weiter über Wasser halten, bis die Wasserqualität der Bode allen ökologischen Anforderungen entspricht.

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