Das Ammoniak-Problem von Staßfurt

Am Mittwoch verfärbt sich die Bode in Staßfurt komplett weiß. Der Anblick des Flusses in diesem Zustand schockiert die Menschen. Man spricht von einem Umweltskandal und verlangt nach Erklärungen. Foto: Franziska Richter
Foto: Franziska Richter, Quelle Volksstimme

Wenn ich sowas sehe, schwillt mir bei aller Klimaschutz-Diskussion echt der Kamm. Das hier ist die Bode bei Staßfurt am Mittwoch Abend. Bereits Anfang der Woche wurden tote Fische gefunden. Erst im vergangenen November gab es ein Fischsterben durch Einleitungen der CIECH Soda GmbH. In meinen kleinen Anfragen – die letzte dazu wurde Ende Juli 2019 beantwortet – wird in Bezug auf den Fall im November von einem Störfall nach der 12. BImSchV geschrieben, bei dem die Möglichkeit nicht auszuschließen sei, dass „Kleinstmengen“ 5%-iger Ammoniaklösung über einen betriebseigenen Abwasserkanal in die Bode gelangt sei. Dass es einen Zusammenhang zwischen dem Fischsterben im November und der Ammoniaklösung gibt, verneint die Landesregierung, bzw. sei dieser nicht festzustellen. Dabei gilt Ammoniak als fischtoxisch und gehört unter den chemischen Stoffen der Wassergefährdungsklasse 2 zu den stark wassergefährdenden Stoffen. Industrielle Anlagen, die mit solchen Substanzen arbeiten, haben entsprechende Vorkehrungen und Gefahrensicherheitsmaßnahmen zu treffen, um Einträge solcher Stoffe in die Umwelt zu verhindern bzw. zu unterbinden.
Ob es sich bei dem aktuellen Fall um Ammoniaklösung oder enorme Salzfrachten handelt, bleibt derweil festzustellen.

Fakt ist, selbst die Salzfrachten, die CIECH Soda einleiten darf, bewirken bereits eine Veränderung bei der Flora und Fauna und damit den chemischen und biologischen Zustand des Flusses. Die Bode um Staßfurt wird damit nachhaltig geändert, was auch das Gewässerentwicklungskonzept des Landes belegt. In der Nähe befindet sich im übrigen ein Natura2000-Gebiet (=Naturschutzgebiet).

Unverständlich sind die Antworten der Landesregierung auf meine kleinen Anfrage, die den Anschein erwecken, dass hier irgendwas vertuscht werden soll. Die Ergebnisse der Probenahme des Falls 11/2018 wird der Öffentlichkeit bspw. nicht zugänglich gemacht und überhaupt scheint man keinerlei (Umwelt)Schäden zu erkennen. Das ist, ob der Gesetzmäßigkeiten im Umweltbereich, völlig unverständlich, wenn nicht sogar rechtswidrig.
Haben entsprechende Unternehmen nichts von den Behörden zu befürchten? Meines Erachtens scheinen sich die Mühlen hier nur sehr sehr langsam zu drehen, ob das die Ermittlungen des alten Falles betrifft, die immer noch andauern, oder wie die zuständigen Behörden agieren.

Aber wehe, lieber Bürger, dein Auto hat ein Öl-Leck!?

Gleiches Recht für alle. Strafanzeige und Dienstaufsichtsbeschwerde folgen!

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