+++Offener Brief der AfD-Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der AfD-Burgenlandkreis, Lydia Funke, an den Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), hinsichtlich der Aufnahme und Verteilung von Asylbewerbern im Burgenlandkreis während der Corona-Pandemie+++

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Sehr geehrter Herr Landrat Ulrich,

mich erreichen immer mehr Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Burgenlandkreis aufgrund der inzwischen verstärkten Beobachtung einer zentralen wie dezentralen Verteilung von Asylbewerbern im Burgenlandkreis wie auch anderen Landkreisen und damit in den Gemeinden, die bereits während der Flüchtlingswelle 2015 Asylanten aufgenommen haben.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass wir uns durch die Corona-Pandemie und angesichts der Beschränkungen des Landes im Rahmen der Zweiten SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung (2. SARS-CoV-2-EindV vom 24.03.2020) in einer Ausnahmesituation befinden. Eine Ausnahmesituation, die – allem Anschein nach – gemäß dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, auch nach dem 20.04.2020 weiter bestehen könnte. Eine Fortführung der Kontaktbeschränkungen bis zum 19.04.2020 wurde aktuell beschlossen. 

Hinzu kommen Presseartikel der vergangenen Tage seitens des Burgenlandkreises, somit von Ihrer Pressestelle, als auch der Mitteldeutschen Zeitung, darüber, dass unser Landkreis sogenannte „Geflüchtete“ aufnehmen wird (24 Personen) bzw. aufgenommen hat [1], die sich hinsichtlich der Informationen stark widersprechen.

Gemäß der BLK-eigenen Aussage seien alle Asylanten im Vorfeld negativ auf das Coronavirus getestet worden, so die Auskunft seitens des Landes, nur um am Montag, den 30.03.2020 festzustellen, dass sich doch eine infizierte Person unter den Asylbewerbern befindet [2] als sie dann in der Gemeinschaftsunterkunft in Laucha an der Unstrut bereits angekommen waren.

Wenn Sie sich allein auf die Aussage des Landes berufen, dass die besagten 24 von der Außenstelle der ZASt in Magdeburg zu verlegenden Personen nicht mit dem Coronavirus infiziert seien, wäre jetzt wichtig nachzuforschen, wann die Betroffenen denn zuletzt getestet worden sind, um mit diesem Irrtum aufzuräumen. Gemäß Volkstimme-Artikel vom 27.03.2020 „ZASt in Halberstadt unter Quarantäne“ heißt es wiederum, dass die Asylbewerber „routinemäßig“ auf das Coronavirus getestet werden.

Allein das widerspricht dem, was Sie selbst bei der Kreistagssitzung am 09.03.2020 im öffentlichen Teil sagten und durch das Gesundheitsamt des Burgenlandkreises bestätigt wurde, dass nur diejenigen Personen getestet werden, die eine entsprechende Symptomatik aufweisen. Es scheint demnach seitens der oberen Landesbehörden zu den kommunalen Behörden keinen einheitlichen Wortlaut zu geben, oder muss das Gesundheits- sowie das Innenministerium zugeben, dass hier tatsächlich Unterschiede bei den zu testenden Personen gemacht werden?

So kritisieren Bürgerinnen und Bürger (nicht nur aus dem BLK) immer öfter, welche Odyssee sie durchgemacht haben, nur um auf Covid-19 überprüft zu werden. In einigen Fällen wird ihnen sogar gesagt, sie mögen dann den Test selbst bezahlen. Die Erkenntnis daraus ist – da offiziell erst gestern wieder durch den Laborärzte-Verband verkündet wurde, man habe nicht genug PCR-Test-Kits, um alle potentiell Infizierten durchzutesten [3] – in dieser angespannten Lage hochbrisant, denn wenn ein PCR-Test (bis zur Mitteilung des Ergebnisses) bei derzeitiger Auslastung der Laborkapazitäten im Normalfall zwischen 48 und 72 Stunden dauert, ist davon auszugehen, dass die Asylbewerberheime im Unterschied zu einer Schulklasse, die aus einem Risikogebiet anreiste, permanent und ohne Symptomatik getestet werden. 

Ich richte mich mit diesem Schreiben in erster Linie nicht als Abgeordnete des Landtags von Sachsen-Anhalt oder als Kreistagsmitglied des Burgenlandkreises, sondern als Bürgerin unseres Landkreises an Sie und ich möchte Sie um Verständnis für die Menschen in unseren Gemeinden bitten, die Klarheit über die derzeitige Situation hinsichtlich Covid-19, etwaigen Quarantänemaßnahmen von Gemeinschaftsunterkünften und benachbarten Institutionen, wie z. B. der Rettungswache in Laucha, haben möchten und wissen wollen, was gerade in ihrem Ort passiert. 

Nichts ist schlimmer als die gegenwärtige Geheimniskrämerei. Sie schürt Gerüchte, Ängste und Wut. In dem Sinne brauchen Sie sich über „ehrabschneidende Anschuldigungen“ durch Bürger von Laucha, wie Sie schilderten, nicht wundern, denn Sie haben nicht dazu beigetragen, eine vertrauensvolle Stimmung zu schaffen – im Gegenteil. Die CDU hat sich abgeduckt und verblieb stillschweigend – bis es nicht mehr ging – im Verborgenen. Die AfD hat im Übrigen hiermit nichts zu tun. Den Unmut bei der Bevölkerung haben Sie durch die Art und Weise der Nichtkommunikation selbst ausgelöst. Dabei sollte Ihre Kommunikation als Landrat mit den Bürgern doch verlässlich und transparent sein. 

Zumindest sollte den Bürgermeistern und den Stadträten betroffener Gemeinden – die schließlich das Sprachrohr für ihre Bürger in den jeweiligen Ortschaften sind – offen erklärt werden, was passiert. Die Menschen ohne Antworten einfach im Regen stehen zu lassen, das ist für mich als Bürgerin in gewisser Weise tatsächlich „ehrabschneidend“.

Ich fordere Sie deshalb dazu auf, den Bürgern unseres Landkreises die Karten auf den Tisch zu legen und zu erklären, welche Vorgänge aktuell und zukünftig stattfinden werden.
Sagen Sie den Menschen, in welchen Gemeinden nun noch weitere Asylbewerber – ob als Quarantänemaßnahme der ZASt Halberstadt oder nicht – verteilt werden, vor allem aber wie viele, ob sie gesund sind oder nicht, und für welchen Zeitraum. Sagen Sie den Menschen, auf was sie sich weiterhin einstellen müssen, wie etwaige Maßnahmen zur Biosicherheit umgesetzt werden sollen – siehe hierzu die Situation der Gemeinschaftsunterkunft Laucha sowie der Rettungswache, die sich im selben Gebäude befindet – ob und wie die Innere Sicherheit in den Gemeinden gewährleistet werden soll. 

Es ist nachvollziehbar, dass die Menschen genug eigene Sorgen haben, Sorgen um den Arbeitsplatz, existenzielle Sorgen, Sorgen um die Familie und die Gesundheit, insbesondere auch, weil sie derzeit in ihren Grundrechten und ihrer Individualität eingeschränkt werden. Ich empfehle, dass die Telefonnummer des Burgenlandkreises für Rückfragen zum Coronavirus quasi als „Sorgentelefon“ erweitert wird. Die Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Fragen – nicht nur gesundheitlicher Art – die sie in dieser Zeit haben, loswerden zu können und von offizieller Stelle beantwortet zu bekommen.

Zu guter Letzt sei allerdings noch eines gesagt, womit ich, so glaube ich, auch vielen Bürgern aus dem Herzen spreche: Wenn es in beispiellosen Krisenzeiten außergewöhnliche Maßnahmen gibt, muss man zum Wohle der Bevölkerung auch „Nein“ sagen können. „Nein“ zu weiteren Flüchtlingsaufnahmen und „Nein“ zu Verteilungen auf die Landkreise. Das müssen Sie sich von der CDU jetzt gefallen lassen: Es kann nicht sein, dass die Einreise von dringend benötigten Erntehelfern verboten ist, aber gleichzeitig signifikante Zahlen an Asylbewerbern in Deutschland aufgenommen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Lydia Funke
Landtagsabgeordnete 
Fraktionsvorsitzende 
AfD-Kreistagsfraktion

Quellen:
[1] https://www.burgenlandkreis.de/de/aktuelles/burgenlandkreis-nimmt-24-gefluechtete-auf-20049776.html, zuletzt aufgerufen am 01.04.2020
[2] https://www.mz-web.de/burgenlandkreis/fluechtlingsunterkunft-in-laucha-unter-quarantaene-test-nach-dem-test-faellt-positiv-aus-36491222, zuletzt aufgerufen am 01.04.2020
[3] https://www.tagesschau.de/inland/corona-test-103.html, zuletzt aufgerufen am 01.04.2020

Fraktion im Dialog 04.10.2018

Am 04.10.2018 war unsere Veranstaltungsreihe „Fraktion im Dialog“ in Bad Bibra zu Gast. Der Raum war gut gefüllt. Mit meinen Fraktionskollegen Mario Lehmann und André Poggenburg wurde hptsl. kontrovers bei den Themen Asylpolitik und GEZ diskutiert. Bei der inneren Sicherheit und Linksextremismus und mediale Darstellung der letzten Wochen gab es hingegen von allen Seiten Zustimmung.
Gegensätzliche Meinungen gehören dazu. Der Abend hat Spaß gemacht. Und wir kommen gern wieder. Ein Vorschlag für einen nächsten Bürgerdialog war das Thema medizinische Versorgung im ländlichen Raum.

Bürgerstammtisch in Gieckau 05.10.2018

Das Bürgergespräch von gestern im Landgasthof Gieckau zum Thema Linksextremismus fand ebenfalls hohen Zuspruch. André Poggenburg referierte über die erste Sitzung des von der AfD-Fraktion initiierten Untersuchungsausschusses zum Linksextremismus und erläuterte u.a. die Verflechtungen der Bildungszentrale für politische Bildung oder dem Verein Miteinander e.V. mit extremistischen Organisationen. Ein Vortrag, der aufklärt.
Ich selbst machte Ausführungen zu allen anderen durch die AfD-Fraktion initiierten Untersuchungsausschüsse im Landtag Sachsen-Anhalt. Eines wurde dabei deutlich, wir jagen und treiben die Altparteien tatsächlich durch das hohe Haus, haben schon so einiges aufgedeckt, worauf schon der ein oder andere seinen Stuhl räumen musste, und ja.. es macht Spaß 😁

Bis zum 02.11. wieder in Gieckau.

Ihre
Lydia Funke, MdL