FISCHSTERBEN in der Bode: Erklärung reicht in Staßfurt nicht…

Die bisherigen Erklärungen zum Fischsterben in Staßfurt reichen den Beteiligten nicht aus.

Von Franziska Richter ›Volksstimme.de

Staßfurt l Die Erklärung zu den Vorfällen in der Bode, die das Sodawerk am Freitag abgegeben hatte, kann nicht befriedigen. Die Ciech Soda hatte erklärt, dass ihr Kühlwasser für die milchig-weiße Färbung der Bode am Mittwochabend verantwortlich gewesen sein kann. Das Grundwasser aus Brunnen, das im Sommer benutzt werde und höhere Wasserhärten und niedrigere Temperaturen habe, führe zu weißem Niederschlag im Wasser. Eine Havarie oder ähnliches habe es aber nicht gegeben. Auch auf das Fischsterben geht die Ciech Soda Deutschland nicht ein. Angler in Staßfurt gehen von 200 Kilogramm totem Fisch aus.

Für die Landtagsabgeordnete Lydia Funke (AfD), die beim Staßfurter Fischsterben Aufklärung haben will, reicht diese Begründung nicht aus. „Es ist zwar richtig, was die Soda zur Färbung der Bode mitteilt: Wenn man sehr kaltes und wahrscheinlich kalkhaltiges Wasser in wärmeres Wasser überführt, wird Calciumcarbonat ausgefällt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Der beißende Gestank, den Zeugen wahrgenommen haben, deutet auf schädliche Substanzen hin“, sagt Funke, die von Beruf eigentlich Naturwissenschaftlerin ist.

Fachaufsichtsbeschwerde gegen Landrat Bauer

Der Geruch könne ein Hinweis auf Ammoniak oder Chlor sein, beides führe zu Fischsterben. Das Calciumcarbonat, das vom kühlen Brunnenwasser herrührt, stinke aber nicht. Funke hat mittlerweile Personal auf die Recherche des Themas angesetzt. Klären wolle sie auch, ob die Ciech Soda mittlerweile die versprochenen Maßnahmen nach der Havarie Ende 2018 umgesetzt hat.

Funke geht noch weiter. Weil sie die Verschmutzung der Bode als großen Umweltschaden ansieht, hat sie am Montag eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht gegen Referat Wasser und das Referat Immissionsschutz des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt, das der Soda die Einleitgenehmigungen erteilt hat. Und: Gegen den Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer (SPD), dessen Verwaltung mit der Unteren Wasserbehörde für die Bode zuständig ist…

https://www.volksstimme.de/lokal/sta%C3%9Ffurt/fischsterben-erklaerung-reicht-in-stassfurt-nicht

Windenergieanlagen in der MZ

Leserbrief zum Kommentar des Wirtschaftsredakteurs Steffen Höhne, MZ 23.07.2019

„Übertriebener Artenschutz – Windräder töten zwar geschützte Vögel, gefährden aber keine Populationen.“

Bild könnte enthalten: Text

In seinem Kommentar (v)erklärt Herr Höhne die Energiewende, die nun schnell praktisch umgesetzt werden soll, aber leider „aus dem Blick (der Verantwortlichen) geraten“ ist. 
So kommt Höhne in seinem Kommentar zu dem Schluss, dass die Flaute der Windkraft (…) auch auf die zunehmende Bürokratie und zahlreiche Klagen von Natur- und Umweltverbänden zurückzuführen sei und dass es zwar immer wieder tote Tiere gäbe, aber bisher ein wissenschaftlicher Beleg fehlen würde, dass Windräder bestimmte Populationen gefährden.

Fakt ist, dass Schreiadler, Rotmilan und sogar der Mäusebussard in ihrem Bestand reduziert werden.
Fakt ist, dass nicht nur geschützte Arten, sondern auch Insekten an den Windradrotoren scheitern. Mit dem Verlust der Insekten verschwindet die Nahrungsgrundlage vieler Tierarten.

Des Weiteren ist festzustellen, das von den 202 Vogelarten des Landes Sachsen-Anhalts bereits 74 auf der Roten Liste stehen. In Sachsen-Anhalt kommen insgesamt 22 Fledermausarten vor.

Neun Fledermausarten und 38 Vogelarten, die im „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ als kollisionsgefährdete und Windenergie-empfindliche Brut- und Rastvogelarten aufgeführt werden, sind demnach nicht zu viel, sondern ein Witz! Im Übrigen gehen diverse Studien davon aus, dass vor allem die kleinen Singvogelarten noch mehr betroffen sind, weil man sie eben nicht findet!

Fazit: Wenn für den Bau von Windkraftanlagen hektarweise Bäume weichen müssen, diskutieren wir nicht mehr nur den Individuen- und Populationsverlust, sondern Auswirkungen auf das Ökosystem.